Museo di Santa Giulia, Brescia

Brescia, eine Provinz der UNESCO-Welterbestätten

Das UNESCO-Weltkulturerbe der Provinz Brescia

Ein Gebiet voller Geschichte und Traditionen, das zunehmend auch weltweit unter Schutz steht.

Nach den ersten vier Auszeichnungen – Felszeichnungen im Valle Camonica, Santa Giulia und das Capitolium in Brescia, die prähistorischen Pfahlbausiedlungen des Alpenbogens am Gardasee und das Biosphärenschutzgebiet Valle Camonica – Alto Sebino – kommt nun ein weiteres bedeutendes Welterbe zur Liste der UNESCO-Welterbestätten hinzu, welche die Provinz Brescia zu einem Schatz machen, den es zu entdecken gilt: die Transhumanz.

Brescia immer mehr UNESCO-Weltkulturerbe: die Transhumanz

Ein kurioses Ereignis zieht die Aufmerksamkeit von Groß und Klein auf sich: die Transhumanz ist der alte Brauch der Wanderweidewirtschaft, die den Jahreszeiten folgt. Schaf- und Kuhherden machen sich mit ihren Hirten und Hunden auf die Wanderschaft, um im Frühjahr die hohen Berggipfel zu erreichen und im Herbst wieder in den Stall zurückzukehren und ziehen dabei auf alten Pfaden durch die Gassen der Ortschaften und über Wiesen unter dem fröhlichen Gebimmel und mit heiteren Bildern, die es festzuhalten gilt.

Festa della transumanza di Bagolino, Valle Sabbia

Am 11. Dezember 2019 wurde die Transhumanz in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen und erweist diesem heute noch in den Tälern um Brescia üblichen Brauchtum die Ehre. Von Bagolino, das jedes Jahr im Oktober ein großes Fest veranstaltet, um den Übertrieb und Durchzug von Schafen, Kühen und Ziegen zu feiern bis in die anderen Ortschaften des Valle Sabbia – Vobarno, Treviso Bresciano, Pertica Alta, Preseglie, Pertica Bassa, Bione, Agnosine und Mura; vom Oberen Gardasee, insbesondere Tremosine, bis in die Gemeinden des Valle Camonica wie Borno, Edolo, Esine, Monno und Corteno Golgi, bewahrt die Transhumanz unverändert ihren Reiz und schenkt immer wieder neue Emotionen.

Biosphärenschutzgebiet Valle Camonica – Alto Sebino

Das am 26. Juli 2018 eingerichtete Biosphärenreservat Valle Camonica – Alto Sebino schützt ein Umweltsystem von unschätzbarem Wert, das sich vom Iseosee über den Tonale-Pass bis zum Adamello-Gletscher erstreckt. Ein weltweit einzigartiges Ensemble aus Landschaften, Natur, Biodiversität, historisch-kulturellen Werten, Kunst, Handwerk und identitätsstiftenden Symbolen, das gut 1.360 km² und 45 Gemeinden entlang des Flusslaufs des Oglio umfasst.

Valle Camonica panorama alta montagna

Pfahlbausiedlungen des Alpenbogens

Das grenzübergreifende Welterbe besteht aus 111 Ansiedlungen, die sich über Frankreich, die Schweiz, Italien, Österreich, Deutschland und Slowenien erstrecken. Die Unesco-Anerkennung wertet die Überreste von Pfahlbaudörfern auf, die aus der Zeit zwischen 5000 und 500 v. Chr. datierbar sind. Viele der 19 italienischen Siedlungen liegen auf Brescianer Gebiet zwischen den Ufern des Gardasees und der Moränenlandschaft: Lavagnone (zwischen Desenzano und Lonato), Lucone di Polpenazze und die versunkenen Pfahlbauten von San Sivino – Manerba del Garda.

Der Komplex San Salvatore – Santa Giulia und der Archäologische Park des römischen Brixia

Am 25. Juni 2011 wurden der Klosterkomplex San Salvatore – Santa Giulia und der Archäologische Park des römischen Brescia zum Welterbe der UNESCO erklärt im Rahmen des Ensembles “Die Langobarden in Italien. Die Orte der Macht (568-774 n. Chr.)”.

La Croce di Desiderio, Santa Maria in Solario - Museo di Santa Giulia di Brescia

Von herausragendem Wert und durch das Nebeneinander verschiedener Epochen und Baustile besonders reizvoll, umfasst die Klosteranlage die langobardische Basilika San Salvatore mit der Krypta, das romanische Oratorium Santa Maria in Solario, den Chor der Nonnen und die aus dem 16. Jahrhundert stammende Kirche S. Maria in Solario. Im Gebäudekomplex ist heute das Stadtmuseum untergebracht, in dem auch die Reste der antiken römischen Domus zu sehen sind. Im benachbarten Archäologischen Park des römischen Brescia kann man den Kapitolinischen Tempel (73 n. Chr.), den neuen Standort der Vittoria Alata, und die faszinierenden Reste des römischen Theaters bewundern.

Neben den Bauwerken in Brescia schließt die Anerkennung als Welterbe-Ensemble sechs weitere Orte in Italien ein.

Entdecke mehr auf der Webseite UNESCO in Brescia.

Die Felsenkunst im Valle Camonica

Das Valle Camonica weist gut 8 Parks mit Felszeichnungen auf, die als Welterbe der UNESCO eingetragen sind. Eine Kunst, die das Gebiet des Valle Camonica weltberühmt gemacht hat, dank eines Reichtums und einer unglaublichen Vielfalt an Felsritzungen, die überwiegend zwischen dem Ende des Oberpaläolithikums (vor ca. 10.000 Jahren) und dem Ende des 1. Jahrtausends v. Chr. entstanden sind.

Zu den meistbesuchten Zielen gehören der Park von Naquane in Capo di Ponte, der erste archäologische Park überhaupt in Italien und die erste Welterbestätte in Italien, die 1979 von der UNESCO anerkannt wurde.

parco-nazionale-incisioni-rupestri-naquaneMit einer

Fläche von 14 Hektar umfasst der Park von Naquane 104 von Gletschern glatt geschliffene Sandsteinfelsen mit Felsritzungen, die einige der bekanntesten Szenen des Repertoires der Felskunst aufweisen: Neben Szenen aus dem Alltagsleben, die mit der Landwirtschaft oder der Jagd zusammenhängen, Darstellungen von Zweikämpfen oder Hütten, fallen geometrische Figuren und Symbole ins Auge, in einer komplexen und faszinierenden Welt, die viel über unsere Vorfahren erzählt.

Im historischen Ortskern von Capo di Ponte befindet sich das MUPRE, das Nationale Museum für Frühgeschichte des Valle Camonica, in dem Stelen, Felsblöcke und Alltagsgegenstände gezeigt werden, die das immense Erbe der Felszeichnungen ergänzen.

Entdecke mehr auf den Webseiten UNESCO im Valle Camonica.

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